Für all jene, die die Diskussionen um das Leistungsschutzrecht – kurz LSR – nicht oder nur in Teilen verfolgt haben, fasse ich hier die wichtigsten Stationen zusammen: Der Bundesrat winkt das Leistungsschutzrecht durch (Stand: 25.03.2013).

Leistungsschutzrecht: Sollen Suchmaschinen zahlen?
Kurz & knapp
Bei der aktuellen Diskussion um das Leistungsschutzrecht geht es um die Frage, ob News-Aggregatoren wie Google News kostenlos auf Verlagsinhalte zurückgreifen dürfen. Mit Verlagsinhalte sind Titel, Teaser und Bild gemeint, auch Snippets genannt, die meist auch per RSS bereitstehen. Da die News-Aggregatoren mit Werbung Geld verdienen, möchten die Presseverleger von diesem etwas abbekommen. Deshalb sind sie für das Leistungsschutzrecht. Die Gegner des Leistungsschutzrechts argumentieren, dass die Presseverlage von den News-Aggregatoren profitieren, weil diese Internetuser auf die Verlagsangebote bringen.
>> Leistungsschutzrecht – Infografik
Was ist das „Leistungsschutzrecht für Presseverleger“?
Das Leistungsschutzrecht für Presseverleger ist laut Wikipedia „ein neues Immaterialgüterrecht“, das CDU und FDP 2009 im Koalitionsvertrag vereinbart haben. Das Bundeskabinett hat am 29.8.12 einen entsprechenden Gesetzentwurf beschlossen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger erklärte am gleichen Tag:
„Wir haben im Koalitionsvertrag vereinbart, das Urheberrecht entschlossen weiter zu entwickeln. Presseverleger sollen im Internet besser geschützt werden. Deswegen erhalten sie jetzt für ihre Online-Angebote ein eigenes Leistungsschutzrecht. Dieses gewährt Presseverlegern eine angemessene Teilhabe an den Gewinnen, die Suchmaschinenbetreiber und Anbieter von mit Suchmaschinen vergleichbaren Diensten erzielen, indem sie die Leistungen der Presseverleger nutzen.“
Im Gesetzentwurf (Siebentes Gesetz zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes, Stand: 27.8.12) steht:
“Mit dem Leistungsschutzrecht für Presseverlage wird den Presseverlagen das ausschließliche Recht eingeräumt, Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Jedoch ist ein Schutz nur vor systematischen Zugriffen auf die verlegerische Leistung durch die Anbieter von Suchmaschinen und Anbieter von solchen Diensten im Netz geboten, die Inhalte entsprechend einer Suchmaschine aufbereiten, da deren Geschäftsmodell in besonderer Weise darauf ausgerichtet ist, für die eigene Wertschöpfung auch auf die verlegerische Leistung zuzugreifen. Nicht erfasst werden deshalb andere Nutzer, wie z. B. Blogger, Unternehmen der sonstigen gewerblichen Wirtschaft, Verbände, Rechtsanwaltskanzleien oder private bzw. ehrenamtliche Nutzer. Die vorgeschlagene Regelung bedeutet damit keine Änderung der Nutzungsmöglichkeiten anderer Nutzer und für Verbraucher. Ihre Rechte und Interessen werden durch das vorgeschlagene Leistungsschutzrecht für Presseverleger nicht berührt.
Presseverlage können nur von Anbietern von Suchmaschinen und Anbietern von solchen Diensten, die Inhalte entsprechend aufbereiten, die Unterlassung unerlaubter Nutzungen verlangen und nur sie müssen für die Nutzung Lizenzen erwerben. Dies gilt nicht für die reine Verlinkung und Nutzungen im Rahmen der Zitierfreiheit.”
[Update: 25.03.2013] Der Gesetzentwurf wurde vor der Zustimmung des Bundestags am 01.03.2013 noch entschäft, spiegel.de: “Nun haben sich Ausschussmitglieder von Union und FDP [Anmerkung: im Rechtsauschuss des Bundestags] auf einen Kompromiss geeinigt: Demnach sind kurze Textanrisse für Suchmaschinen auch künftig nicht lizenzpflichtig.”
Wer sind die Befürworter und Gegner des Leistungsschutzrechts?
Zu den Befürwortern zählen vor allem der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). In den Medien ist vor allem Christoph Keese seitens der LSR-Befürworter präsent. Er ist Konzerngeschäftsführer Public Affairs der Axel Springer AG, deren Vorstandsvorsitzender Mathias Döpfner für das Leistungsschutzrecht ist.
Zu den Gegner des Leistungsschutzrechts zählen viele Akteure, die sich in der Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht (IGEL) zusammengeschlossen haben. Unterstützer sind beispielsweise die Blogger Stefan Niggemeier, Mario Sixtus, Thomas Stadler und Thomas Knüwer, Wikimedia Deutschland, Zentrum für digitalen Fortschritt (D64), Heinrich Böll Stiftung, Netzpolitik.org, Freischreiber, t3n und Google. Zur vollständigen Liste (IGEL)
Zu den weiteren LSR-Gegnern zählen auch der Branchenverband Bitkom und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI).
[Update: 17.10.12, 20.00 Uhr] Auch die Anbietervereinigung für digitale Inhalte- und Informationszugang (ADIZ) ist gegen das Leistungsschutzrecht (Hinweis über Facebook). ADIZ, im September 12 gegründet, vereint Marktteilnehmer der digitalen Wirtschaft. Zu den Initiatoren gehören dw capital GmbH, Echobot Media Technologies GmbH, folkd, Mister Wong, oneview, Spreadly, Virato, YIGG und Yones. Zur vollständigen Liste (ADIZ)
Eine Art Zwischenposition nehmen laut Tagesschau die Gewerkschaften DJV und ver.di ein: „Im Grundsatz haben sie nichts gegen das Leistungsschutzrecht, sie fordern aber unter anderem eine garantierte Beteiligung der Urheber/innen an Einnahmen aus dem Leistungsschutzrecht der Verlage im Verhältnis 50:50.”
Weiterführende Links
- LSR-FAQ der Tagesschau
- Leistungsschutzrecht für Presseverleger, Wikipedia
- LSR-Kampagne von D64 mit WordPress-Plugin. Dort gibt es in der linken Spalte eine Blacklist, die alle Verlagsangebote aufführt, die für das Leistungsschutzrecht sind.

Leistungsschutzrecht: Reaktionen im Web
Kurzhistorie: Wie das Gesetzgebungsverfahren 2012 verlaufen ist
- März 2012: Der Koalitionsausschuss verständigt sich am 4. März 2012 auf die Einführung des Leistungsschutzrechts. Siehe u.a.:
- Axel Springer kauft Leistungsschutzrecht bei Koalition (netzpolitik.org, 4.3.12)
- Koalitionsausschuss beschließt Einführung eines Leistungsschutzrechts für Verlage (internet-law.de, 5.3.12)
- Koalitionsauschuss einigt sich auf Leistungsschutzrecht (leistungsschutzrecht.info, 5.3.12)
- Koalition will Leistungsschutzrecht für Verlage einführen (spiegel.de, 5.3.12) - Juni 2012: Das Bundesjustizministerium legt am 14. Juni 2012 den Gesetzentwurf zum Leistungsschutzrecht vor, siehe u.a.:
- Justizministerin legt Entwurf für Google-Abgabe vor (spiegel.de, 14.6.12)
- Justizministerium legt Entwurf für neues Leistungsschutzrecht vor (heise.de, 14.6.12)
Widerstand gegen das geplante Gesetz, siehe u.a.:
- Kurzanalyse des Gesetzesentwurfs zum Leistungsschutzrecht (internet-law.de, 14.6.12)
- Offizieller Entwurf zum Leistungsschutzrecht veröffentlicht (irights.info, 14.6.12)
- Schreibt Nekrologe auf die untergehenden Gestern-Verleger! #Leistungsschutzrecht (ichsagmal.com, 17.6.12)
- Der Wahnsinn Leistungsschutzrecht – und warum ich nicht mehr auf Verlage verlinke (indiskretionehrensache.de, 19.6.12)
- Die Märchenstunde des Verlegeranwalts (lawblog.de, 22.6.12)
- BDI wettert gegen Leistungsschutzrecht (meedia.de, 22.6.12)
- Leistungsschutzrecht für Presseverleger: Gesetzesinitiative ist auch volkswirtschaftlich abzulehnen (netzpolitik.org, 26.6.12)
- Lügen fürs Leistungsschutzrecht (1) (stefan-niggemeier.de ,4.7.12)
- Juli 2012: Das Bundesjustizministerium legt am 27. Juli 2012 einen entschärften Gesetzentwurf zum Leistungsschutzrecht vor: Nur Suchmaschinen sollen zahlen, Industrie und Blogger sind ausgenommen. Siehe u.a.:
- Justizministerium entschärft Entwurf für Presse-Leistungsschutzrecht (heise.de, 27.7.12)
- Neuer Entwurf zum Leistungsschutzrecht geleakt (leistungsschutzrecht.info, 27.7.12)
- Neuer LSR-Entwurf als Lex Google (meedia.de, 28.7.12)
- Sieben Thesen zum Leistungsschutzrecht: Eine Stellungnahme zum zweiten Referentenentwurf (carta.info, 8.8.12) - August 2012: Die Bundesregierung verabschiedet am 29. August 2012 den Gesetzentwurf zum Leistungsschutzrecht, siehe u.a.:
- Bundesregierung verabschiedet Leistungsschutzrecht (golem.de, 29.8.12)
- Das schwarz-gelbe Kabinett beugt sich der Verlegerlobby und beschließt umstrittenes Leistungsschutzrecht! (d-64.org, 29.8.12)
- Warum die Argumente für ein Leistungsschutzrecht keine sind (theeuropean.de, 31.8.12)
- Fünf entscheidende Fragen zum Leistungsschutzrecht (saschalobo.com, 31.8.12)
- Wolfgang Blau: Auch das schärfste Urheberrecht würde den Verlagen nicht helfen (stefan-niggemeier.de, 16.9.12)
- Jeff Jarvis kritisiert das Leistungsschutzrecht (seo-united.de, 5.10.12) - Oktober 2012: Bundesrat steht hinter Regierungsentwurf [Update: 16.10.12, 18.30 Uhr]
- Stellungnahme des Bundesrats (12.10.12), Empfehlung des Ausschüsse, Plenarprotokoll 901
- Leistungsschutzrecht: Bundesrat stellt sich hinter Regierungsentwurf (heise.de, 12.10.12)
- Bundesrat will beim Leistungsschutzrecht etwas nachbessern (irights.info, 12.10.12)
- Leistungsschutzrecht: Bundesrat stellt sich hinter Gesetzentwurf (wbs-law.de, 15.10.12)

Petition gegen das Leistungsschutzrecht
Verlauf der e-Petition “Ablehnung des Leistungsschutzrechts“
- 16.08.2012: Erstellung der Petition 35009
Bruno Kramm, Musikproduzent und Mitglied in der Piratenpartei, erstellt die Petition “Ablehnung des Leistungsschutzrechts für Presseverlage”. Der Petitionstext lautet:
„Der Bundestag wird aufgefordert, ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage grundsätzlich abzulehnen und insbesondere die geplante Ergänzung des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) um die Paragraphen §87e, §87f, §87g und §87h gemäß Entwurf eines Siebenten Gesetzes zur Änderung des Urheberrechtsgesetzes vom 27.07.2012 ersatzlos zu unterlassen. “
- 12.09.2012 – 10.10.2012: Mitzeichnungsfrist

Petition 35009 Mitzeichnungsstatistik (bundestag.de)
Innerhalb von vier Wochen müssen mindestens 50.000 Menschen die Petition unterzeichnen, um das Quorum zu erreichen. Denn dann beraten die Parlamentarier des Petitionsausschusses in der Regel öffentlich über die Petition. Der Petent wird dazu eingeladen und kann sein Anliegen persönlich vortragen.
- 11.10.2012: Quorum nicht erreicht
21.366 Menschen haben die e-Petition unterzeichnet, 50.000 hätten es sein müssen.
Verlauf der Petition im Netz
Die Petition lief sehr schleppend an und wurde zum Teil kritisiert:
- E-Petition zum Leistungsschutzrecht : „Eine vertane Chance“ (politik-digital.de, 27.9.12)
- Die Petition gegen ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist eine vertane Chance (carta.info, 2.10.12)
Ab Anfang Oktober, gut eine Woche bevor die Mitzeichnungsfrist ablief, riefen Blogger und Verbände zum Unterzeichnen der Petition auf:
- Chaos Computer Club gegen Leistungsschutzgeld (ccc, 3.10.12)
- Warum man manchmal auch schlechtformulierte Petitionen mitzeichnen sollte (saschalobo.com, 4.10.12)
- Petition braucht in sechs Tagen 40.000 Unterzeichner (netzwertig.com, 4.10.12)
- Gesetzesentwurf: Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage darf nicht kommen. Zeichnet die ePetition! (netzpolitik.org, 4.10.12)
- Petition gegen das Leistungsschutzrecht – dann müssen wir wohl (carta.info, 5.10.12)
Auch über bei Twitter wurde in den letzten Tagen vor dem 10.10.12 zum Unterzeichnen der Petition aufgerufen.
Durch die Aufrufe in Blogs und sozialen Netzwerken verdoppelte sich die Zahl der Unterzeichner innerhalb von etwa 8 Tagen (siehe Grafik oben).
Reaktionen nach Ablauf der Zeichnungsfrist
Mit rund 21.000 Unterzeichnern hat die Petition ihr Quorum von 50.000 verfehlt. Reaktionen dazu aus dem Netz:
- Wer sich nur um sich selbst dreht, bleibt klein und runzelig (ruhrbarone.de, 10.10.12)
- Warum die Petition gegen das Leistungsschutzrecht gescheitert ist (basicthinking.de, 10.10.12)
- Leistungsschutzrecht: Nur weil “nur” 20.000 Menschen dagegen unterschrieben haben, ist es immer noch nicht akzeptabel (netzpolitik.org, 11.10.12)
- Das Ende der Beschwerde? (internet-law.de, 11.10.12)
- Die deutsche Netzgemeinde ist klein und runzelig (lumma.de, 11.10.12)
- Stoppt das Leistungsschutzrecht für Presseverlage – auch ohne Petition! (isarmatrose.com, 11.10.12)
- Hat das Netz seine Kraft verloren? (carta.info, 11.10.12)
- Die Petition gegen das Leistungsschutzrecht ist gescheitert (presseschauder.de, 11.10.12)
- Warum die Petition gegen das Presseleistungsschutzrecht scheiterte (neunetz.com, 11.10.12)
- LSR: Das war erst der Anfang… (brunokramm.wordpress.com, 11.10.12)
- Aus der LSR-Petition lernen, statt zu verzweifeln (carta.info, 12.10.12)
- Warum die Petition scheiterte (freitag.de, 12.10.12) [Update: 18.10.2012, 22:20 Uhr]
Bundestag diskutiert Leistungsschutzrecht [Update 02.12.2012]
Die Abgeordneten des Bundestags haben am Donnerstag, 29.11.2012, ab etwa 22.30 Uhr für gut 60 Minuten das Leistungsschutzrecht diskutiert. Als Nächstes setzen sich nun die Fachauschüsse mit dem Gesetzesentwurf auseinander.
- Die ganze Bundestagsdebatte zum Leistungsschutzrecht als Video (N24, 30.11.2012)
- Bundestag streitet über das Leistungsschutzrecht (spiegel.de, 30.11.2012)
- Gesetzentwurf: Leistungsschutzrecht für Presseverlage im Überblick (Analyse des LSR, Anwaltskanzlei Ferner Städteregion Aachen, 02.12.2012)
Beiträge vor der Bundestagsdebatte [Update 06.12.2012]
Vor der Bundestagsdebatte über das geplante Leistungsschutzrecht am 29.11.2012 hat es folgende lesenswerte Beiträge gegeben:
- Was das Leistungsschutzrecht soll (spiegel.de, 27.11.12)
- Urheberrechtsexperten veröffentlichen Erklärung gegen Leistungsschutzrecht (leistungsschutzrecht.info, 27.11.12)
- Google, das Leistungsschutzrecht und die Heuchelei der Presse (carta.info, 29.11.12)
- Dann reden wir mal über »Zensur« (stefan-niggemeier.de, 29.11.12)
- Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage ist purer Unsinn (d-64.org, 29.11.12)
- CDU, SPD, FDP, Grüne und Piraten gegen Leistungsschutzrecht (golem.de, 29.11.12)
- Die Sorge vor einem Kartell der Propaganda (dwdl.de, 30.11.12)
- Leistungsschutz-Pharisäer: Was zahlen eigentlich die Verleger für die Leistungen von Google? (ichsagmal.com, 30.11.12)
Zur Google-Kampagne “Verteidige Dein Netz“, 29.11.12.
Ausgewählte Tweets am Tag der LSR-Debatte im Bundestag
Ich verstehe Google nicht. Sollen sie halt die Verlage aus dem Index löschen. Die werden bald betteln, um wieder rein zu dürfen. #LSR
— Nicolai Schwarz (@textformer) November 29, 2012
Reihenweise Google-Ads auf dem von Burda betriebenen nachrichten.de -Newsaggregator machen die #lsr-debatte nicht weniger absurd.
— Falk Lueke (@flueke) November 29, 2012
Müssen Kioske demnächst auch Lizenzgebühren zahlen, wenn sie öffentlich sichtbar Zeitungen im Regal stehen haben? #LSR
— Pavel Mayer (@pavel23) November 29, 2012
Neue Zeit für die #LSR-Debatte: 22:55 – 23:35 Uhr! #Bundestag
— Tabea Rößner (@TabeaRoessner) November 29, 2012
In Syrien hat man das Internet abgeschaltet. In Deutschland muss sich die Zeitungslobby mit so halben Sachen wie dem #LSR begnügen.
— Herr haekelschwein (@haekelschwein) November 29, 2012
Hört auf den Heveling! Der Mann hat ‘n wildes Sofa erlegt und sich daraus einen Anzug gebastelt! #lsr— Baron von Agitpop (@agitpopblog) November 29, 2012
Beiträge nach der Bundestagsdebatte
Empfehlenswert sind nach der Bundestagsdebatte zum LSR folgende Texte:
- Altmedien, ihr werdet den Kampf verlieren! (carta.info, 1.12.12)
- Jeff Jarvis zum Leistungsschutzrecht: “Die Verleger erpressen Google” (wasmitmedien.de, 1.12.12)
- FAZ: Was wissen Professoren schon vom Geldverdienen? (stefan-niggemeier.de, 1.12.12)
- Eine unheilige Scheindebatte (faz.net, 3.12.12)
- Wir brauchen neue Verleger (carta.info, 4.12.12)
- Worum geht es beim Leistungsschutzrecht? (wallstreetjournal.de, 4.12.12)
- Axel-Springer-Verlag vergleicht Google mit Taliban (golem.de, 5.12.12)
- Die handwerklichen Mängel des Leistungsschutzrechts (carta.info, 5.12.12)
- Lammert empört sich über Google-Kampagne (spiegel.de, 5.12.12)
- Kriminell: Wie Döpfner und Keese argumentieren (dwdl.de, 6.12.12)
Rechtsausschuss des Bundestags [Update: 30.01.2013]
Der Rechtsauschuss des Bundestags hat das Leistungsschutzrecht diskutiert (spiegel.de).
- Wie geht es weiter beim Leistungsschutzrecht? (leistungsschutzrecht.info, 31.01.2013)
- Die Quadratur des Kreises – das Leistungsschutzrecht nimmt die nächste Stufe (carta.info, 31.01.2013)
Anhörung im Bundestag: Das Leistungsschutzrecht kommt, letzte Rettung Bundesrat. netzpolitik.org/2013/anhorung-… #lsr
— netzpolitik (@netzpolitik) 30. Januar 2013
Großartige @storify slideshow von @carta_ zur #LSR Anhörung storify.com/carta_/lsr-off…
— Stefan Keuchel (@frischkopp) 30. Januar 2013
Bundestag stimmt für Leistungsschutzrecht [Update: 25.03.2013]
Der Bundestag hat am 1.3.2013 mit 293 zu 243 Stimmen bei 3 Enthaltungen für das Leistungsschutzrecht gestimmt, das wenige Tage zuvor entschärft wurde.
- Leistungsschutzrecht: Bundestag beschließt Google-Gesetz (01.03.2013, spiegel.de)
- Auch abgeschwächtes Leistungsschutzrecht schadet (01.03.2013, leistungsschutzrecht.info mit Hinweis auf FAZ-Beitrag)
- Wie geht es jetzt weiter mit dem Leistungsschutzrecht? (02.03.2013, carta.info)
- In eigener Sache: Der Heise Zeitschriften Verlag und das Leistungsschutzrecht (04.03.2013, heise.de)
- Onlinedienste reagieren auf “irrsinniges Gesetz” (04.03.2013, golem.de)
Die Tweets rund um die Bundestagsabstimmung hat Vera Bunse (carta.info) bei Storify zusammengestellt.
Bundesrat winkt LSR durch [Update: 25.03.2013]
Der Bundesrat winkt das Leistungsschutzrecht am 22.03.2013 durch.
- Bundesrat nickt ab: Leistungsschutzrecht kann in Kraft treten (22.03.2013, golem.de)
- Netzpolitiker im Bundestag: Machtlose Internet-Rebellen (22.03.2013, spiegel.de)
- Deutschland – Abschied vom Technologiestandort (22.03.2013, indiskretionehrensache.de)
- Leistungsschutzrecht: Sascha Lobo ist wütend (23.03.2013, internet-law.de)
- Mit netzpolitischer Wut die Parteien hacken! (25.03.2013, lumma.de)
- Sascha, sei du unser Grillo! (25.03.2013, carta.info)
Vera Bunse (carta.info) hat die Tweets nach der Bundesratszustimmung bei Storify zusammengestellt.
Hat es ein ähnliches Vorhaben wie das LSR schon mal gegeben?
Mir ist aus der aktuellen Diskussion zum Leistungsschutzrecht, LSR, nur bekannt, dass die Verwertungsgesellschaft Copiepresse gerichtlich erreicht hatte, dass Google Belgien ohne Genehmigung keine Ausschnitte der Verlagsinhalte veröffentlichen darf. Google entfernte daraufhin im Jahr 2011 die Verlagsinhalte vollständig aus seinen Suchergebnissen, also nicht nur von der Seite “Google News”. Wenige Zeit später, nach dem die Verleger schriftlich verzichtet hatten, Strafzahlungen wegen Urheberrechtsverletzungen in den Trefferlisten zu fordern, sind die Verlagsinhalte zumindest in der normalen Websuche zu finden.
Beiträge zum Thema
- Googles Suchmaschine zeigt wieder belgische Zeitungen (golem.de, 19.7.2011)
- Google lehnt Lizenzierungspflicht ab (spiegel.de, 29.8.12)
[Update: 18.10.2012, 20.30 Uhr] Die französische Regierung unterstützt offenbar die Forderung der französischen Presseverleger, ein Leistungsschutzrecht einzuführen. Laut heise.de droht Google nun mit einem Verlinkungsstopp für Medienseiten (18.10.12).
[Update: 03.02.2013, 17.35 Uhr] Google zahlt 60 Millionen Euro in einen Fonds, aus dem digitale Projekte von Redaktionen und Verlagen in Frankreich finanziert werden sollen (siehe heise.de und spiegel.de).
[Update: 04.11.2012, 22.05 Uhr] Alle 154 Mitgliedes des brasilianischen Zeitungsverbands, ANJ, haben Google News untersagt, auf Verlagsinhalte zuzugreifen. Begründung: Google wollte nicht für die Inhalte zahlen; die Verlage machen die Suchmaschine für sinkenden Traffic verantwortlich. (Brasilien: Verlage untersagen Google News den Zugriff, spiegel.de, 20.10.12)
Wie geht’s weiter?
Ich versuche, diese Seite weiter aktuell zu halten: neue Aktionen, Diskussionen und das weitere Gesetzgebungsverfahren.
Fehlerhinweise, Änderungsvorschläge und Sonstiges nehme ich gerne entgegen. Die Zusammenstellung war aufwändiger als gedacht.
Das Digitale Quartett #7: Die Runzeligkeit der deutschen Netz-”Gemeinde”
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Die Petition ist mit rund 21.000 Unterzeichnern nicht gescheitert. Es reichte nur nicht für eine “Anhörung” vor dem betreffenden Ausschuss. Natürlich muss die Eingabe jetzt parlamentarisch bearbeitet werden. Der politische Widerstand darf sich jetzt allerdings nicht auf diese Petition beziehen. Das Gesetz wird jetzt durchkommen, nach dem der Bundesrat zugestimmt hat. Man sollte sich eher überlegen, wie sich die Blogosphäre jetzt neu organisieren sollte, um das Gesetz ins Leere laufen zu lassen. Netzpolitisch wird es erst jetzt so richtig spannend.
Ich rechne auch damit, dass das Gesetz durchkommt. Die Stellungnahme des Bundesrats vom 12.10.12 nehme ich heute Abend noch auf (ist mir durchgerutscht): http://www.bundesrat.de/cln_236/nn_8336/SharedDocs/Drucksachen/2012/0501-600/514-12_28B_29,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/514-12%28B%29.pdf
Das Thema “Organisation der Blogosphäre” wäre was fürs Blogger Camp “Vernetzt Euch”: http://bcn12.wordpress.com/ ?
Anregungen zur Vernetzung gibt’s auch hier: http://www.dosentelefon.eu/2012/digitales-business/mit-kollektivem-blog-auf-leistungsschutzrecht-antworten
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