Wocheneinkauf 2.0

Fast jeden Samstag gab es zu Hause Stress. Der wöchentliche Großeinkauf stand an. Den machten wir – wie gefühlt fast jeder – am Samstagvormittag. Mit Vorliebe so spät, dass man mit möglichst vielen Menschen gemeinsam Schlange stehen kann und zum Mittag gerade so wieder zu Hause ist. So manches Mal aber habe ich mir gewünscht, meine Einkaufsliste dem erstbesten Mitarbeiter des Supermarktes in die Hand zu drücken und einfach ein bis zwei Stunden später die Sachen abzuholen.

Wocheneinkauf: online bestellen und abholen

Heute weiß ich, wie analog dieses Denken war. Eine Einkaufsliste? Einem Mitarbeiter abgeben? Von wegen, es geht noch viel digitaler. Die Handelsketten Real und Rewe erproben seit einiger Zeit „drive“ Filialen.

Einkaufen sieht dann also folgendermaßen aus:

Gemütlich zu Hause sitzend stöbert man durch das Onlineangebot der entsprechenden Händler. Bei Rewe entspricht dies dem Angebot im realen Supermarkt, während das Real-Angebot im Vergleich zur herkömmlichen Filiale auf 5000 Artikel reduziert ist. Man kann die Produktinformationen in aller Ruhe einsehen und vergleichen, die Abnahmemengen bestimmen und hat seinen Warenwert ständig im Blick. Ist der Einkauf erledigt, gibt man an, wann man die Produkte abholen möchte. Frühestens zwei Stunden nach Online-Einkauf ist dies bei Real möglich, aber der gewünschte Abholzeitpunkt kann auch noch Tage später liegen. Nach Angabe der Mail-Adresse erhält man eine Bestätigungsmail mit einer Abholnummer.

Ist die Zeit der Abholung gekommen, fährt man zu der betreffenden Filiale; bei Real sind dies eigene Filialen, in denen kein Kundenverkehr stattfindet. Bei Rewe hingegen hat ein Angestellter in der analogen Filiale den Einkauf zusammengestellt. Während bei Rewe schon jetzt das Auto verlassen werden muss, geht die Technisierung bei Real noch einen Schritt weiter. In einen Terminal gibt man seine Abholnummer ein und erhält die Aufforderung, zu einem bestimmten der nummerierten Parkplätze zu fahren. Dort steigt man aus und öffnet den Kofferraum. Bis zu diesem Zeitpunkt ist zumeist auch schon der Mitarbeiter mit den Einkäufen am Auto. Bezahlt wird erst nach dem Verladen, bar oder mit Karte. Anschließend verlässt man mit einem vollgepackten Wagen und angenehm ungestresst das Gelände.

Online Wocheneinkauf kostet nur eine kleine Servicepauschale

Die Preise entsprechen denen der realen Filialen, es wird lediglich eine Servicepauschale erhoben, die bei Real einen Euro pro Einkauf ausmacht.

Und natürlich gibt es auch schon die passende App, die den Einkauf von überall möglich macht. Der einzige Haken an der Sache: Bislang gibt es Real drive nur in Köln-Porz und in Isernhagen-Altwarmbüchen. Rewe Kunden sind da besser bedient, hier bieten mehr Filialen einen Abholservice an. Ich bin gespannt, ob in naher Zukunft noch mehr Supermärkte diesen Service anbieten.

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