Apples Revolutionen: Erst Musikindustrie, dann Smartphones, nun Medienbranche

Apple hat mit dem iPod den Musikmarkt revolutioniert. Mit dem iPhone und dem iPad landete der Elektronikkonzern den nächsten großen Coup. So dominiert Apple derzeit mit seinem iPad weiter den Markt und wird die Medienbranche umkrempeln, auch wenn die sich noch kräftig wehrt. Apple startete am 12. Oktober 2011 die iCloud. Damit geht das Unternehmen konsequent den Weg in die Cloud, in das mobile Zeitalter – also weg von den herkömmlichen Desktop-PCs hin zu Smartphones und Tablet-PCs.

Apples iTunes ist der Schlüssel zum Erfolg

Eigentlich hat ja nicht das Medienabspielgerät iPod allein die Musikindustrie ab 2001 verändert, sondern die Kombination mit der Software iTunes. Über iTunes können User einzelne Lieder oder Musikalben kaufen. Diese Musik steht auf maximal zehn Geräten pro iTunes-Account bereit, von denen nicht mehr als fünf iTunes-autorisierte Computer sein dürfen. Anfangs hatte die Musikindustrie bedenken, weil theoretisch fünf User das Lied hören könnten. Doch andererseits sank der Umsatz der Musikbranche, weil User massenhaft Musik per USB auf externe Festplatten illegal kopieren konnten. In den Jahren später wurden die Musiktauschbörsen im Internet beliebter. Dort stellten User, ebenfalls illegal, ihre Lieder bereit und bedienten sich an den Liedern anderer.

Einzelne Musiktitel zu kaufen statt ganzer Alben und die Nutzung durch ein Rechtemanagement zu beschränken, schien für die Musikindustrie Anfang 2000 der einzige Weg zu sein, den Umsatzrückgang zu stoppen. Es ist Quatsch zu glauben, dass fünf unterschiedliche User sich einen iTunes-Account teilen. Denn vier User könnten problemlos über die Zahlungsdaten des fünften Users einkaufen. Deshalb werden allenfalls die User eines Haushalt einen gemeinsamen iTunes-Account besitzen. Das wiederum scheint sinnvoll, weil beispielsweise eine fünfköpfige Familie eine CD auch nur einmal und nicht fünfmal kauft. Ferner hat Apple im Blick gehabt, dass der User die Musik über seinen Computer kauft und über diesen, genauer über iTunes, seinen iPod synchronisiert. Das würde nicht funktionieren, wenn die Musik nur über ein Gerät abgespielt werden darf. In dem Fall sind ja bereits mindestens zwei Geräte nötig.

Da der technische Fortschritt nicht stehen bleibt, war es nur eine Frage der Zeit, bis das Download-Modell allein nicht mehr reicht. Über die iCloud stellt Apple die Musik, die User über iTunes erworben haben, auf allen Geräte bereit, die mit dem iCloud-Account verbunden sind. Mit iTunes-Match geht das Unternehmen noch einen deutlichen Schritt weiter in Richtung Streaming. Für eine Gebühr von derzeit jährlich rund 25 Euro stellt Apple auch die Musik über die iCloud zur Verfügung, die User nicht über iTunes erworben haben. Die Titel können ebenfalls in hoher Audioqualität auf den verschiedenen Endgeräten abgespielt werden. Das Besondere: Über Matching gleicht Apple die lokalen Musiktitel mit denen ab, die im iTunes-Store vorhanden sind. Treffer, also gematchte Lieder, stellt die iCloud dann auf allen Geräten bereit. User müssen also nicht ihre gesamte Musikbibliothek in die iCloud uploaden oder über iTunes synchronisieren.

Apples iPhone macht Apps bekannt

Fünf Jahre nach dem iPod brachte Apple das iPhone 2007 auf den Markt. Das Unternehmen revolutionierte diesmal den Smartphone-Markt. Steve Jobs sprach davon, dass Mobiltelefon neu erfunden zu haben. Es vereint den iPod touch mit Widescreen, das Mobiltelefon und das Internet: drei Geräte in einem Gerät. Mit dem iPhone gelang auch den Apps, Abkürzung für Application, der Durchbruch. Kurz danach waren laut Wikipedia Apps auch schon auf den Android-Smartphones verfügbar. Apps hat es auch schon zuvor auf Mobiltelefonen gegeben, beispielsweise den Kalender, den Taschenrechner oder kleinere Spiele. Laut Wikipedia startete der App Store im Juli 2008 mit 500 Applications. Im Oktober 2011 waren es schon mehr als 500.000 Apps. Im Vergleich hierzu startete der Android Market mit 167 Apps im Oktober 2008, im November 2011 sollen es schon ca. 580.000 Apps gewesen sein. Die Entwicklung der mobilen Apps zeigt der shoutem-Blog in einer netten Infografik.

iPad bringt Medien Hoffnung und Sorgen

2010 bringt Apple das iPad auf den Markt. Der Tablet-PC hat seinen Fokus auf Fotos, Videos, Musik, Spiele, eBooks und weitere Informationsangebote gerichtet. Insbesondere bei den Medien, Print und Fernsehen, beißt Apple auf Granit. Damals kritisierten die Verlage vor allem, dass Apple kein Flash von Adobe unterstützt. Ende 2011 hat Adobe seine Strategie geändert: Das Unternehmen setzt für mobilie Geräte auf HTML5 statt auf Flash. Im übrigen hat Apple mit seinem iPad das totgeglaubte Geschäft mit Tablet-PCs kräftig belebt – oder erst zum Leben erweckt?

Einerseits hofften die Verlage vor zwei Jahren, dass das iPad mit digitalen Abonnements den Rückgang der Printabonnements kompensieren könnte. Andererseits mussten sich Verlage mit der neuen, durchaus kostspieligen Technologie vertraut machen, beispielsweise mit der Herstellung interaktiver Apps. Zudem mussten die Medienhäuser sich auf Apples Geschäftsmodell einlassen, 30 Prozent ihres Umsatzes über den App Store an den IT-Konzern abzuführen.

Inzwischen gibt es auch den Apple-Zeitungskiosk und alternative Stores für die Medien-Apps. Das komplexe Thema werden wir mit weiteren Beiträgen angehen. Dabei geht es auch um die HTML5-Visionen, iBooks und das User-Verhalten.

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Lion macht Macs mobil, iCloud verbindet Apps

Mit dem Betriebssystem Lion hat Apple die Apps auf die MacBooks, iMacs und MacMinis gebracht. In Kombination mit der iCloud werden Apples Computer noch mobiler. Egal, ob User auf ihrem iPhone, iPod oder iPad eine neue App hinzufügen, sie steht auch auf allen anderen Apple-Geräten mit iOS5 oder Lion bereit, also auch auf MacBook oder iMac. Letztlich läutet diese Entwicklung das Ende der herkömmlichen Desktop-PCs und durchaus auch der Laptops ein. So hat Apple mit Lion auch die Gesten, die von iPhone und iPad bekannt sind, auf das Trackpad übertragen (bei Notebooks wird eher von Tauchpads gesprochen). Schon im Juli 2010 fragte die Welt, ob Apple die Maus tötet. Mit Spannung warten Fans und Experten auf die Vorstellung des neuen iPads am 7. März 2012.

Auch die Themen iCloud oder das Ende der Desktop-PCs werden wir mit weiteren Beiträgen beleuchten und dabei auch auf Lösungen außerhalb von Apple eingehen. Wir freuen uns auch auf Unterstützung. @Interessierte Autoren: Einfach bei uns melden! 🙂

 

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