EuroMaidan: Infos für deutsche Medien

Viele deutsche Medien haben merkwürdig über die gewaltsamen Proteste auf dem Euromaidan in Kiew berichtet (siehe Kritik hier „Blinder Agentur-Journalismus, keine Social Media-Kompetenz„). Deshalb habe ich die Ereignisse dieser Nacht per Social Media und Livestream dokumentiert, um zu zeigen, wie man Agenturmaterial auch am Newsdesk wertvoll aufbereiten kann. Ich möchte daher heute, am 21.01.2014, keine Überschrift lesen wie „Neue Straßenschlachten in Kiew“ (Spiegel, siehe Kommentar hier). Es gibt aktuell eine Straßenschlacht, die inzwischen mehr als 36 Stunden dauert!

Kiew: Karte zeigt EuroMaidan, Hrushevskoho Street mit dem Eingang zum Stadion von Dynamo Kiew und Parlament
Kiew: Karte zeigt EuroMaidan, Hrushevskoho Street mit dem Eingang zum Stadion von Dynamo Kiew und Parlament.
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Straßenschlacht dauert inzwischen mehr als 36 Stunden

Sonntagnachmittag, 19.01.2014, sind Hunderte unzufriedener Demonstranten vom #EuroMaidan zur Hrushevskoho Street gezogen, um von dort zum Parlament vorzudringen. Die Polizei hat das Regierungsviertel abgeriegelt, weshalb die Demonstranten nur bis zum Platz gekommen sind, an dem der Haupteingang des Fußballstadions von Dynamo Kiew liegt.  Gegen ca. 15 Uhr unserer Zeit (16 Uhr in Kiew) haben Demonstranten die Polizei angegriffen. Klitschkos Versuch, sie zu besänftigen, ist gescheitert. Am Abend des 19.01. waren die Kämpfe auf der Hrushevskoho Street sehr intensiv, die in den frühen Morgenstunden spürbar nachließen.
Im Laufe des Montags, 20.01.2014, nahmen die Kämpfe wieder zu. Die Demonstranten haben tagsüber ein Katapult gebaut, mit dem sie abends u.a. Molotowcocktails Richtung Polizei geschossen haben. Zudem haben sie die Polizei mit Pflastersteinen beworfen und mit Feuerwerkskörpern beschossen.
Dienstagnacht, 21.01.2014, hat die Polizei gegen 3 Uhr Kiewer Zeit (2 Uhr in Berlin) versucht, die Demonstranten von dem Platz zu vertreiben. Nach ca. 15 Minuten Kampf waren beide Seiten in etwa wieder auf den Positionen, auf denen sie zuvor waren. Die weiteren Entwicklungen der Nacht, wie Jagd auf bezahlte Randalierer (Titushkis), gibt’s als Storify.

Das knapp siebenminütige Video zeigt den Versuch der Polizei, die Demonstranten vom Platz (Hrushevskoho Street, Staion Dynamo Kiew) zu vertreiben. Ich habe für das Video einfach meinen Desktop aufgezeichnet, auf dem seit Beginn der Euromaidan-Proteste häufig mehrere Livestreams und Twitter parallel laufen.

 

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Storify-Bericht

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