EuroMaidan: Lage völlig unübersichtlich

25.01.2014, 16:45 MEZ. Derzeit ist die Lage in der Ukraine völlig unübersichtlich: Die Euromaidan-Demonstranten haben etliche der 27 Regionalverwaltungen besetzt oder blockieren diese. Die Waffenruhe auf der Hrushevskoho Straße haben die Protestler gestern Abend gebrochen und die Polizei mit Feuerwerk und Molotowcocktails beschossen. Heute morgen vereinbarten die Protestler wieder Waffenstillstand.

Kiew: Karte zeigt EuroMaidan, Hrushevskoho Street mit dem Eingang zum Stadion von Dynamo Kiew und Parlament
Kiew: Karte zeigt EuroMaidan, Hrushevskoho Street mit dem Eingang zum Stadion von Dynamo Kiew und Parlament.
>> Zur interaktiven Karte (Smartphone-User nutzen besser diese Karte)

Am Samstagnachmittag mehren sich Gerüchte, dass der Euromaidan gewaltsam aufgelöst  und der Ausnahmezustand verhängt werden soll. Diese Befüruchtungen hat es schon am Dienstag, 21.01.2014 gegeben, bevor um Mitternacht die neuen umstrittenen Gesetze in Kraft getreten sind. Am Mittwoch, 22.01.2014, kam es zu massiven Auseinandersetzungen auf der Hrushevskoho Street, auf der sich Demonstranten und Polizei seit vergangenem Sonntag gegenüberstehen. Einen Räumungsversuch des Euromaidans hat es nicht gegeben.

Ausnahmezustand und EuroMaidan-Räumung

Das Innenministerium soll über 20.000 Polizisten und 4.000 Spezialpolizisten, Berkut, verfügen. Mit diesen könnte der Innenminister gegen den Euromaidan vorgehen.  Allerdings sollen sich Polizisten in verschiedenen Regionen, in denen die Demosntranten die Regionalverwaltungen besetz halten, dem Euromaidan angeschlossen haben. Der Polizeichef von Lviv weigert sich, die dortige Regionalverwaltung zu räumen.

Dem Verteidigungsministerium sind 130.000 Mann unterstellt, die der Verteidigungminister Berichten zufolge nicht gegen das Volk einsetzen möchte. Der frühere Verteidigungsminister Anatolij Hryzenko forderte heute die Menschen des Euromaidans auf, sich legal zu bewaffnen. Zudem sollen sich Veteranen und private Sicherheitsleute dem Euromaidan anschließen.

Inzwischen ist auch ein Polizist bei den gewaltsamen Protesten ums Leben gekommen. Auf Seiten des Euromaidans gibt es sechs Tote. Es soll 1.700 verletzte Demonstranten und hunderte verletzte Polizisten geben.

EU-Erweiterungskommissar Stefan Füle versucht heute in Kiew zwischen Opposition zu verhandeln. Mittlerweile gibt es erneut ein Gespräch zwischen Janokowitsch und Opposition.

Weitere Details gibt es in den Storify-Berichten unten.

>> Zur EuroMaidan-Übersicht

Aktueller Storify-Bericht

Storify-Bericht der vergangenen Nacht

Kommentar verfassen