EuroMaidan-Aktivisten aus Lviv wärmen sich in diesem Zelt neben dem Kasernentor zum Waffenlager der Polizei auf.

EuroMaidan-Protest breitet sich in Kiew und Regionen aus

Der ukrainische Ministerpräsident Viktor Janukowitsch hat am gestrigen Donnerstag, 23.01.2014, wieder auf Zeit gespielt: Er verschob das für Mittag geplante Gespräch mit der Opposition sukzessive auf den Abend und ließ das Ultimatum verstreichen, das ihm die Opposition am Vortag gesetzt hatte. Das Gesprächsergebnis war in der Nacht so ernüchternd, dass der Euromaidan sein Gebiet friedlich ausgeweitet hat. Der Euromaidan-Protest breitete sich gestern zudem rasch in verschiedenen Regionen aus.

Der Lviver Bürgermeister Andrij Sadowyj hatte bereits angekündigt, die Umsetzung der neuen schärferen Gesetze nicht überprüfen zu wollen. Gestern bot er dann den verletzten Demonstranten Sicherheit und Behandlung an. Mittags hatten Demonstranten die Regionalverwaltung besetzt und den Gouverneur dazu gedrängt, seinen Rücktritt schriftlich zu erklären. Bis in den Abend hinein übernahmen die Euromaidan-Demonstranten in weiteren Regionen regionale Verwaltungen.

Mit Spannung hatten die Menschen das Gespräch zwischen Opposition und Janukowtisch erwartet. Sie hatten bis zum Schluss gehofft, dass Janukowitsch auf die Forderungen der Demonstranten eingehen wird: Neuwahlen. Die Enttäuschung war bei den Zehntausenden Menschen auf dem Euromaidan und der Opposition sehr groß. Mehrheitlich beschlossen die Protestler, ihr Euromaidan-Gebiet zu vergrößern und errichteten neue Barrikaden. Positiv ist zumindest, dass inhaftierte Demonstranten freikommen und der Euromaidan auf weitere Gewalt vorerst verzichtet.

Alle wichtigen Details des gestrigen Tages sowie die zahlreichen Emotionen enthalten die beiden Storify-Berichte

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Storify-Bericht 1


Storify-Bericht 2


Storify-Bericht 3

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