GoogleAppleFacebook hui, VDS und Staat pfui?

Keine Frage: Das Zeitalter des Privarsphäre scheint sich seinem sicheren Ende zuzuneigen. Christian Heller beschreibt das in seinem Essay „Post Privacy“ sehr eindrucksvoll. Und er kann aufzeigen, dass ein Leben ohne Privatsphäre respektive mit eingeschränkter oder veränderter Privatsphäre Vorteile hat. Auch andere weisen immer wieder darauf hin, wie sinnvoll es ist, dass man dank Personalisierung und ausgefuchster Algorithmen nur noch die Werbung zu sehen bekommt, die einen auch wirklich interessiert. Das hat durchaus etwas. Und auch der Service kann sich verbessern, etwa indem der jeweils passende Self-Service angeboten wird, oder ein Chat möglich wird, der das bisherige Verhalten als Kunde zur Grundlage hat und damit viele Eingaben und Abfragen obsolet macht.

Datensammelei einfach hinnehmen?

Dennoch stellt sich natürlich die Frage, weshalb man klaglos hinnehmen soll, dass Facebook, Google, Amazon und Apple alles von einem wissen, ja, dass man keine Chance hat, effektiv vom Internet Gebrauch zu machen, ohne dass das eigene Surfverhalten getrackt wird, dass Daten erhoben, gespeichert, kombiniert und verarbeitet werden. Ohne dass man verhindern könnte, dass all dies geschieht. Gleichzeitig aber treibt die Vorratsdatenspeicherung Hunderttausende auf die Straße (völlig zu recht, keine Frage). Wenn der Staat Daten sammelt, ist das böse und schlecht, wenn Google weiß, mit wem ich worüber E-Mails austausche, dann ist das egal. Wo sind denn die Demonstrationen gegen den Datenkraken Google? Google gilt immer noch als gut, das Unternehmen will angeblich nur uns Bestes. Dagegen der Staat: Der will Gestapo und Stasi sein. Dass Google nichts anderes mit unseren Daten will, als Geld zu verdienen, scheint niemanden zu stören. Und Google steht hier für alle Unternehmen, die im Web Daten von uns ziehen. Während der Staat immerhin noch das grundgesetzliche Gebot für sich beanspruchen kann, uns, seine Bürger, vor Verbrechen und Terrorismus zu schützen,  haben die Internetfirmen keinen anderen Beweggrund als Umsatz und Gewinn. Das ist natürlich völlig in Ordnung, nur: Warum stört uns das Eine und das Andere berührt uns in keiner Weise, im Gegenteil, wir geben freiwillig alles preis?

Der Facebook-Effekt

Wer das Buch “Der Facebook-Effekt” gelesen hat, weiß, dass Zuckerberg nie etwas anderes wollte als die Daten der Nutzer meistbietend an Werbekunden zu verkaufen. Und niemand wehrt sich, im Gegenteil, wer darauf hinweist und vor Facebook warnt (oder Facebook kritisiert für den Datenklau), macht sich lächerlich. Komische Welt.

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