Nostalgie: Von der Telefonzelle zur App

Tuut, Tuut. „Also gut, gleich wird die Verbindung unterbrochen. Ich sag schon mal Tschüß, mach’s gut!“ „Ja, pass‘ auf Dich auf! Tschüß!“ „Okay! Es war schön. Ich melde mich wieder. Schon mal: Tschüß.“ „Ja, tschüß. Übrigens, ach erzähle ich das nächste Mal. Tschüß…“ Schluss! Es klackert. Das Geld ist durchgefallen, die Telefonverbindung damit beendet. Wer kann sich noch an die Zeit erinnern, als wir per Telefonzelle Lebenszeichen von uns gaben? Anfangs zahlten wir mit Münzen, die wir immer schön sammelten, später mit der Telefonkarte.

Mobiles Web mit dem iPad
Mobiles Web mit dem iPad

Abendteuer Telefonzelle: Zigarretenqualm mit Schweißgeruch

Diese Art der Kommunikation war ein Abenteuer. Bei Reisen stellte sich meist die Frage, von wo aus kann ich eine Nachricht gen Heimat aufgeben, um zu sagen: „Ich bin gut angekommen.“ oder Zwischendurch „Mir geht’s gut!“. Man sammelte vor der Reise Münzen oder verglich die Preise, ob vielleicht eine Telefonkarte günstiger ist.

Und der Geruch in Telefonzellen war sonderbar: eine Mischung von Zigarretenqualm und Kunststoff, mal mit einer Schweißnote, mal mit einer Urinnote. Im Sommer mehr, im Winter weniger zu riechen. Wahrscheinlich sind deshalb heute viele Telefonzellen offen, ohne Häuschen.

Vor 10 Jahren lebte die Telefonzelle noch

Das letzte Mal, dass ich eine Telefonzelle brauchte, war 2002. Ich war in Kanada und rief in der Heimat an. Ja, damals gab’s auch schon Internet, allerdings in wenigen Haushalten. Zwischendurch schickte ich aus einem Internetcafé eine E-Mail an einen Bekannten, der eine Firmen-E-Mail-Adresse hatte, noch keine private E-Mail-Adresse. Er gab die Botschaft per Telefon weiter. Das ist erst 10 Jahre her, kaum zu glauben.

Heute ist die Kommunikation meist kein Problem. Man nimmt auf Reisen sein Mobiltelefon mit, die Kosten sind inzwischen überschaubar und werden zumindest in der EU noch günstiger. Man schickt von unterwegs die ersten Urlaubsbilder, tauscht sich in sozialen Netzwerken aus. Man schreibt keine E-Mails im Internetcafé wie vor einigen Jahren, sondern chattet und tippt Nachrichten auf seinem Smartphone, mit dem man ins Internt kommt. Apps, Abkürzung für Applications, ermöglichen den einfachen und schnellen Zugang zu Facebook, Twitter und Co. Darüber hinaus bleibt man über Nachrichten-Apps auf dem Laufenden.

Urlaubsrückkehr: Großes Wissensdefizit?

Vor Jahren kam man von Reisen zurück nach Hause. Die Zeitungen stapelten sich. Unterwegs hatte man vielleicht im Ausland mitbekommen, was aus ausländischer Sicht die Top-Story in Deutschland ist. Vielmehr wusste man meist nicht. Außer man konnte an seinem Urlaubsort eine Tageszeitung beziehen oder hat sich die Zeitung nachschicken lassen. Damals musste man auch noch den Kamerafilm entwickeln lassen, um anderen seine Urlaubsbilder zeigen zu können.

Offline oder online – eine Frage des Typs

Nostalgie: Schön und aufregend war die Zeit, Telefonzellen zu suchen, Bilder entwickeln zu lassen und einfach mal 2 Wochen nicht zu wissen, was in der Welt alles passiert. Schön ist die Zeit, heute permanent vernetzt und auf dem Laufenden zu sein. Doch tut es nicht auch mal gut, für eine bestimmte Zeit zur Ruhe zu kommen und offline zu sein? Die Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Der eine verträgt mehr, der andere weniger!

In diesem Sinne einen erholsamen Urlaub und auf eine gute Verbindung!

 

Links zum Thema „Offline sein, Online sein“:

Links zum Thema bei Wikipedia:

Unser Video „Dosentelefon basteln“

 

Vielen Dank für die Telefonzellen-Textidee, Anja!

 

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