Ukraine-Jahresrückblick 2014

Ukraine-Jahresrückblick: Live-Webtalk mit Gästen

Steffen Dobbert (Berlin), Christoph Lehermayr und Tomasz Michalski (beide Wien) haben zusammen mit Denis Trubetskoy (Sewastopol, Krim) und mir live auf das Jahr 2014 in der Ukraine und auf der Krim zurückgeblickt. Der Live-Webtalk vom 22.12.2014 steht hier nun als Aufzeichnung mit Sprungmarken bereit.

Sprungmarken (komfortabler auf Youtube, dort allerdings wegen der technischen Begrenzung mit deutlich weniger Sprungmarken, die leider nur auf Desktop-Rechner oder Laptop funktionieren):

01:03 Begrüßung und Vorstellung der Gäste: Steffen Dobbert, Christoph Lehermayr und Tomasz Michalski.

Januar /Februar 2014: EuroMaidan in Kiew
03:58. Denis führt ins Gesprächsthema ein: Das Jahr 2014 hat ruhig und friedlich begonnen. Es gab zwar Proteste auf dem Maidan, aber das waren jene, die man in der Ukraine als Konzertproteste bezeichnet hat. Die Stimmung hat sich am 16.01.2014 mit der Stimmenabgabe im ukrainischen Parlament (Werchowna Rada) geändert, das die sogenannten diktatorischen Gesetze gesetzwidrig verabschiedet hat. Diese Abstimmung hat eine erneute Protestwelle ausgelöst, die sich aber bis Ende Januar wieder etwas gelegt hatte – durch einen nicht zufriedenstellenden, aber politischen Kompromiss. Die Lage ist ab 18.02.2015 mit der Stürmung des Büros der Partei der Regionen (Janukowitschs Partei) durch EuroMaidan-Demonstranten kritisch geworden: Es hat Schüsse auf dem Maidan – höchstwahrscheinlich von beiden Seiten – und viele Tote gegeben. Am Ende war Janukowitsch weg und der Machtwechsel in der Ukraine war erfolgt.
5:35 Frage an Steffen: Du warst am 20.2. morgens zufällig auf dem Maidan in Kiew. Was hast Du von den ersten Schüssen mitbekommen, die trotz Waffenruhe gefallen sind?
5:56 Antwort von Steffen (Hintergrund zum Gespräch ab Minute 07:48: Der Storify-Bericht „EuroMaidan und Polizei außer Kontrolle“, 20.02.2014, enthält Steffens bewegende Tweets).
08:09 Frage an Steffen. Hast Du die Maidan-Ereignisse vom 20.02.2014 verarbeitet?
08:28 Antwort von Steffen
10:01 Frage an Steffen: Hast Du mitbekommen, wie Schüsse von den Demonstranten Richtung Polizei gefallen sind?
10:09 Antwort von Steffen
11:18 Bis heute sind die Schüsse vom 20.02.2014 nicht aufgeklärt. Recht früh war bekannt, dass beide Seiten geschossen haben. Darüber haben u.a. polnische Medien berichtet, die Tomasz intensiv verfolgt. Er hatte das auch getwittert. Wie wichtig ist eine Aufklärung der Schüsse? Und ist eine Aufklärung überhaupt noch möglich?
11:56 Antwort von Denis
13:10 Antwort von Christoph (Hintergrund zum Gespräch ab 13:48: hier und hier)
14:53 Antwort von Steffen
16:36 Antwort von Tomasz
18:29 Antwort von Steffen
19:30 Antwort von Tomasz
20:30 Frage: Der damalige ukrainische Präsident Janukowitsch hatte Kiew überraschend verlassen, obwohl es eine Einigung mit der Opposition gab, die u.a. die Außenminister von Polen, Frankreich und Deutschland vermittelt hatten. Wurde Janukowitsch vom EuroMaidan gestürzt oder ist er geflohen?
21:06 Antwort von Denis
22:35 Antwort von Tomasz
24:43 Antwort von Steffen
26:05 Antwort von Christoph

März 2014: Beginn der Krim-Krise
27:25 Denis führt in das Gesprächsthema ein: Denis hat schon Ende Januar/Anfang Februar 2014 gefühlt, dass, wenn Janukowitsch in Kiew fällt, etwas auf der Krim passieren wird. An dem Tag, an dem Janukowitsch weg war, verstärkte sich das Gefühl. Am 23.02.2014 hat es eine große Demonstration mit fast 20.000 Menschen in Sewastopol gegeben, die einen neuen Volksbürgermeister gewählt haben. Einige Tage später wurden in Simferopol die administrativen Gebäude besetzt. Ein neuer Ministerpräsident wurde auf der Krim in einer unechten Wahl gewählt. Im Lauf der Zeit wurde für den 16.03.2014 das Referendum angesetzt, bei dem offiziell ca. 96% für den Anschluss an Russland gestimmt haben. Am 18.03.2014 kam die berühmte Krim-Rede vom russischen Präsidenten Putin, in der er den Anschluss bestätigt hat.
28:58 Frage an Christoph: Du warst im März auf der Krim, als diese Entwicklungen stattgefunden haben. Wie hast Du das erlebt – auch die „grünen Männchen“, die plötzlich überall aufgetaucht sind?
29:20 Antwort von Christoph
32:14 Frage an Denis: Weshalb haben so viele Menschen auf der Krim für einen Anschluss an Russland gestimmt?
32:40 Antwort von Denis
34:35 Antwort von Steffen
35:47 Antwort von Christoph
36:55 Antwort von Steffen
37:33 Antwort von Denis
39:04 Frage über Twitter an Denis: Gibt es auf der Krim eine ukrainische Community, die mit Zeichen nach außen hin auch sichtbar ist?

April 2014: Beginn der Krise in der Ostukraine
40:45 Denis führt ein: Im April haben pro-russische Separatisten administrative Gebäude in Donezk und Luhansk besetzt. Es wurden die Volksrepubliken Donezk und Luhansk proklamiert. Am 11.05.2014 erfolgte die Volksabstimmung in beiden Republiken, die man als Volksabstimmung eigentlich nicht bezeichnen kann. Nach diesem Referendum eskalierte der Konflikt – vor allem am Tag nach der Wahl von Poroschenko zum neuen ukrainischen Präsidenten (26.05.2014): Die ukrainische Armee startete die Anti-Terror-Operation (ATO). Im Sommer hat sich der Konflikt zum Krieg entwickelt, vor allem Ende August 2014: Dort stand fest, dass russische Truppen in der Ostukraine anwesend sind. Die Lage ist bis heute kritisch.
41:58 Frage an Tomasz: Nach der Krim hatte man befürchtet, dass es eine Destabilisierung in der Ostukraine geben könnte. Wie haben die Polen damals die Entwicklung gesehen, also gerade die russische Außenpolitik?
42:23 Antwort von Tomasz
45:15 Antwort von Steffen
47:25 Frage an Steffen: Man war für eine Abspaltung in der Ostukraine vorbereitet?
47:55 Antwort von Steffen
48:50 Antwort von Christoph
50:37 Antwort von Denis
52:55 Frage: Es gab etliche Friedensgespräche, die bislang nicht gefruchtet haben. Rund 4.000, 5.000 Menschen sind in der Ostukraine getötet wurden, zehntausende sind geflüchtet. Wir erinnern uns an den Abschuss des Flugs MH17 über der Ostukraine. Das tragische Unglück hat nicht dazu beigetragen, eine friedliche Lösung zu finden. Was ist nötig, um dort Frieden zu schaffen, und was ist so schwierig, eine Lösung zu finden?
53:50 Antwort von Steffen
54:53 Antwort von Denis
56:20 Antwort von Tomasz
57:50 Antwort von Christoph

Präsidentschafts- und Parlamentswahlen (Mai/Oktober) sowie Wirtschaftskrise in der Ukraine
59:26 Denis führt ein: Im Mai 2014 haben die vorgezogenen Präsidentschaftswahlen stattgefunden, die Petro Poroschenko schon im ersten Wahlgang gewonnen hat. Viele Menschen – vor allem die, die im Januar und Februar auf dem Maidan gestanden haben – waren damals sehr unzufrieden, weil sie erwartet haben, dass auch die Parlamentswahlen gleichzeitig stattfinden. Im Herbst (Oktober 2014) haben dann die Parlamentswahlen stattgefunden, deren Ergebnis klar pro-europäisch war. (Siehe Live-Webtalks mit Denis: hier & hier)
01:01:06 Frage an Steffen: Du warst bei den Parlamentswahlen im Oktober in der Ukraine. Konntest Du die EuroMaidan-Euphorie, wie Du sie im Winter und Frühjahr erlebt hast, noch im Oktober wahrnehmen?
01:01:33 Antwort von Steffen
01:03:55 Frage: Wenige Menschen haben bei der Parlamentswahl für eine radikale Partei gestimmt. Vielleicht können wir uns anschauen, wie es in der Praxis aussieht: Mitglieder des rechten Sektors erhalten Führungsposten, beispielsweise den des Polizeichefs in Kiew, als Anerkennung für ihren Kampf in der Ostukraine. Politischer Neuanfang oder einfach Regimewechsel mit politischer Neuausrichtung?
01:04:41 Antwort von Steffen
01:06:01 Antwort von Christoph
01:07:44 Antwort von Denis
01:10:26 Antwort von Tomasz
01:11:50 Antwort von Steffen
01:13:20 Antwort von Tomasz
01:14:15 Antwort von Steffen
01:14:48 Antwort von Christoph
01:15:59 Antwort von Denis

01:17:36 Twitter-Frage für Denis: Sind die Menschen in Donezk traurig, dass ihr Fußball-Verein dort vermutlich nie wieder spielen wird?
01:17:47 Antwort von Denis
01:19:04 Weitere Twitter-Frage: Wird das Thema Ukraine/Russland ähnlich emotional diskutiert wie in Deutschland?
01:19:31 Antwort von Tomasz zu Polen
01:21:52 Antwort von Christoph zu Österreich

Ausblick: Was erwartet Ihr für das Jahr 2015?
01:23:22 Antwort von Denis
01:24:46 Antwort von Tomasz
01:26:28 Antwort von Steffen
01:28:30 Antwort von Christoph
01:30:36 Antwort von Denis

01:31:58 Verabschiedung

Ukraine-Jahresrückblick 2014


Tipp: Denis Trubetskoy und ich sprechen in der Regel am letzten Montag im Monat live über die Ukraine. >> Weitere Informationen


 

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